Was ist ein Naturpark

Naturpark Landseer Berge

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Entstehung

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Schwerpunkte

Natur und Landschaft

Entstehung
Der westliche Teil des Mittelburgenlandes liegt im Übergangsbereich zwischen den Ausläufern der Alpen und der Pannonischen Tiefebene und ist als alte Grenzregion reich an Ausgrabungen und Ruinen. In dieser Region wurden auf Initiative von 6 Gemeinden Vorarbeiten für die Gründung eines Naturparks geleistet, die schließlich durch die Verordnung „Naturpark Landseer Berge“ der Bgld. Landesregierung im Dezember.2000 von Erfolg gekrönt wurden.

Der Naturpark überwindet die Grenze zwischen den Bundesländern Burgenland und Niederösterreich – der NÖ. Teil wurde im Dezember 2004 durch eine Verordnung der Niederösterreichischen Landesregierung prädikatisiert.

Gemeinden
Der Naturpark umfasst Teile der burgenländischen Gemeinden Kobersdorf (mit Oberpetersdorf, Lindgraben), Markt St. Martin (mit Landsee, Neudorf), Kaisersdorf, Weingraben, Draßmarkt (mit Karl, Oberrabnitz), sowie Schwarzenbach in Niederösterreich. Die Gesamtfläche des Naturparks beträgt ca. 6550 ha.

Die Gemeinden Kobersdorf, Markt St. Martin, Kaisersdorf, Weingraben und Schwarzenbach arbeiten aktiv in einem Trägerverein mit, der die Weiterentwicklung des Naturparks verfolgt. Die Schwerpunkte der Arbeit sind in der folgenden Übersicht dargestellt:

  Keltischer Erlebnispark
  Naturpark Sommerprogramm
  Naturpark Erlebnisführungen
  Spezielle Angebote auf der Ruine Landsee
  Naturpark Gastronomie
  Naturpark Produkte
  Kulturangebot auf Schloss Kobersdorf
  Vulkanerlebnis Pauliberg
  Touristisch interessantes Bildungs- und Kulturprogramm,
    Seminare, Ausstellungen, Veranstaltungen
  Zielgruppenspezifische Angebote zum Thema "Natur erleben
    und begreifen"
  Naturpark
informationszentrum mit Geschäftsführer
  Zusätzliche touristische Infra- und Suprastruktur
  Natur- und Landschaftsschutzprojekte

Natur und Landschaft
Der Naturpark Landseer Berge ist zur Gänze Landschaftsschutzgebiet und liegt im westlichen Teil des Mittelburgenlandes und umfasst auch Teile der angrenzenden Bucklugen Welt, Niederösterreich.

Die Landschaft ist geprägt durch den Übergang von den Ausläufern der Zentralalpen zur Kleinen Ungarischen Tiefebene. Das zwischen den Teilbuchten von Kobersdorf und Karl nach Osten vortretende Landseer Bergland ist aus Glimmerschiefern, Amphiboliten und Gneisen, im Süden aus groben Blockschottern aufgebaut. Über diesen Gesteinen sitzt eine Rumpflandschaft mit einigen höheren Gipfeln aus Quarzit. Bemerkenswert ist der aus mehreren Quellkuppen bestehende Vulkan am Pauliberg. In einer Lavazunge ist eine Höhle, die „Vierlöcherhöhle“. Sie ist die einzige sekundäre Basalthöhle des Burgenlandes.

Die Höhenlage des Projektgebietes reicht von ca. 330m bis ca. 760m. Gerade dieser Überschneidungsbereich zweier Landschaftstypen sowie auch zweier Florenprovinzen (Alpinum und Pannonicum) bedingt sowohl landschaftliche Reize als auch Artenreichtum in Flora und Fauna.
Das Gebiet ist gekennzeichnet durch ein großes, geschlossenes Waldgebiet im Kernbereich, in das als größere waldfreie Bereiche die Ortschaft Landsee und deren landwirtschaftliche Nutzflächen, sowie der Basalt – Steinbruch am Pauliberg eingebettet sind.

Um dieses geschlossene Waldgebiet herum findet sich ein breiter Gürtel mit abwechslungsreicher Kulturlandschaft. Die enge Verzahnung von Ackerland, Grünland und Wald sowie die gute Ausstattung mit Landschaftselementen (Hecken, Einzelbäumen, Feldgehölze, Obstgärten, Ackerraine, naturnahe Bachläufe mit standorttypischer Begleitvegetation) bilden ein gutes Biotopverbundsystem, das durch seine landschaftliche Schönheit die Basis für eine naturgebundene Erholung darstellt.

An botanisch / zoologischen Besonderheiten ist zu erwähnen:
Als sehr interessanter Bereich sticht der als „Burg“ bezeichnete Hügel mit einem plateauartigen Gipfel östlich des Marktes Schwarzenbach hervor. Dieser ist durch Magerwiesen auf der Kuppe und in flacheren Hangbereichen sowie durch trockene Eichenwälder an den steilen Ost- Süd- und Westhängen gekennzeichnet. Dieses Gebiet hat durch seinen Orchideenreichtum überregionale Bedeutung. Durch den Blumenreichtum finden sich auch viele Schmetterlinge, erwähnt sei nur der seltene Himmelblaue Bläuling, der zu den schönsten Schmetterlingen gezählt wird.

Die Ruine Landsee ist ein bedeutender Lebensraum für Fledermäuse. Sie sind ein Indikator für eine gesunde Umwelt, da sie sehr empfindlich auf Pestizide und auch auf Holzschutzmittel reagieren. Sie finden dort Sommer- und Winterquartiere, was äußerst selten anzutreffen ist.
Im Landschaftsinventar Burgenland (Amt der Bgld. Landesregierung, 1994) sind die Landseer Berge als Gebiet mit hoher landschaftlicher und ökologischer Bedeutung eingestuft. Besonders der Kleine Pauliberg (Basaltfels mit Altbeständen an Buche und Fichte) und der Heidriegel (naturnaher Eichen- Kiefernwald auf Quarzit) werden hervorgehoben.

Es finden sich noch eine Reihe weiterer landschaftlicher oder kulturhistorischer Besonderheiten, die wichtigsten sind stichwortartig aufgelistet:
- Naturbelassenes Rabnitztal zwischen Blumau und Karl, Feuchtwiesen
- Radigundenstein, Entenstein, Tafelbuche und Streitwiese bei Karl
- Große Wiesenbereiche am Lembach (Karl, Oberrabnitz)
- Streuobstwiesen und –weiden am Hang zwischen Karl und Oberrabnitz
- Große Wiesen mit schöner Stadelreihe bei Oberrabnitz (Richtung Friedhof)
- Tiefe Wiesen in Lindgraben
- Feuchtwiesen am Mühlbach zwischen Kobersdorf und Lindgraben
- Feuchtwiese an der Schölderlstraße, Schwarzenbach

Es sind im Projektbereich derzeit keine Naturschutzgebiete ausgewiesen.